Ratgeber für die Schweiz

Haushaltsbudget erstellen: Schritt für Schritt

Ein brauchbares Budget beantwortet eine einfache Frage: Was bleibt nach allen Ausgaben und geplanten Rücklagen tatsächlich übrig? Diese Anleitung hilft dir, deine eigenen Zahlen zu ordnen.

Ohne Benutzerkonto. Deine Eingaben bleiben in deinem Browser gespeichert.

Das Wichtigste in Kürze

So entsteht dein Monatsbudget

Erfasse zuerst alle regelmässigen Einnahmen. Ziehe danach Fixkosten, variable Ausgaben und Rücklagen inklusive Sparziele ab. Das Ergebnis zeigt, welcher Betrag nach deinen eingeplanten Kosten frei verfügbar bleibt.

Einnahmen Ausgaben Rücklagen und Sparziele Frei verfügbar

Wichtig: Die Monatsübersicht ist ein Planungsdurchschnitt. Sie zeigt nicht, an welchem Tag eine Rechnung bezahlt wird oder wie hoch dein Kontostand heute ist.

Inhalt dieser Anleitung

Vorbereitung

Diese Unterlagen helfen dir

Du kannst ohne perfekte Vorbereitung beginnen. Mit diesen Unterlagen werden deine ersten Beträge jedoch verlässlicher:

  • aktuelle Lohn-, Renten- oder Leistungsabrechnungen
  • Mietvertrag, Mietzinsmitteilung oder Unterlagen zur Hypothek
  • Krankenkassen- und weitere Versicherungsrechnungen
  • Rechnungen für Strom, Internet, Mobilfunk und Abonnemente
  • letzte Steuerrechnung oder aktuelle Steuerberechnung
  • Rechnungen für ÖV, Auto oder Motorrad
  • Kontoauszüge und Kartenabrechnungen für typische Alltagsausgaben
  • quartalsweise und jährliche Rechnungen der letzten zwölf Monate
Einfach anfangen

Beginne mit den sicheren Beträgen. Schätzungen kannst du später anhand deiner tatsächlichen Ausgaben verbessern.

Erster Schritt

Einnahmen erfassen

Lege zuerst fest, für wen das Budget gilt. Einnahmen und Ausgaben müssen sich auf denselben Personenkreis beziehen. Erfasst du den ganzen Haushalt, nimmst du die Einnahmen aller einbezogenen Personen auf.

Trage den Betrag ein, der dir nach allen Abzügen tatsächlich ausbezahlt wird. Dazu gehören je nach Situation Lohn, Rente, Familienzulagen, Unterhaltsbeiträge und weitere regelmässige Einnahmen.

Einen 13. Monatslohn kannst du als jährliche Nettoeinnahme erfassen. Einen Bonus berücksichtigst du nur, wenn er verlässlich wiederkehrt. DeinBudget teilt Jahresbeträge für die Planung durch zwölf. Bei stark schwankenden Einnahmen ist ein vorsichtig geschätzter Durchschnitt der letzten zwölf Monate hilfreicher als ein besonders guter Einzelmonat.

Achte darauf, dieselbe Einnahme nicht zweimal zu erfassen. Wenn eine Zulage bereits in der verwendeten Nettoauszahlung enthalten ist, gehört sie nicht nochmals als eigene Position ins Budget. Bereits vom Lohn abgezogene Beiträge an AHV, ALV oder Pensionskasse erfasst du ebenfalls nicht nochmals.

Zweiter Schritt

Fixkosten vollständig erfassen

Fixkosten fallen regelmässig an und lassen sich kurzfristig meist nur begrenzt verändern. Typische Positionen sind:

  • Miete inklusive der im Mietvertrag aufgeführten Nebenkosten
  • separat verrechnete Heiz- und Nebenkosten
  • Hypothekarzins und weitere feste Wohnkosten bei Wohneigentum
  • Elektrizität
  • Krankenkassenprämien und weitere Versicherungen
  • Internet, Mobilfunk, Medienabgabe und Abonnemente
  • ÖV-Abonnemente, Fahrzeugversicherung, Leasing und Parkplatz
  • Unterhaltszahlungen, Mitgliedschaften und weitere Verträge

Ob eine Rechnung monatlich, quartalsweise oder jährlich kommt, ändert nichts an der Zuordnung. Erfasse etwa Elektrizität mit ihrer tatsächlichen Abrechnungsperiode. DeinBudget rechnet den Betrag auf einen Monatswert um.

Prüfe bei Wohn- und Kommunikationskosten, ob ein Betrag bereits in einer anderen Rechnung enthalten ist. So verhinderst du Doppelzählungen.

Steuern realistisch einplanen

Steuern unterscheiden sich je nach Wohnort, Einkommen, Zivilstand, Konfession und persönlichen Abzügen. Verwende nach Möglichkeit deine letzte Veranlagung oder eine aktuelle Berechnung. Bei Quellensteuer erfasst du nur Steuern, die nicht bereits von der verwendeten Nettoauszahlung abgezogen wurden.

Offiziellen Steuerrechner öffnen

Dritter Schritt

Variable Ausgaben realistisch schätzen

Variable Ausgaben verändern sich von Monat zu Monat. Dazu zählen beispielsweise Lebensmittel, Haushaltsartikel, Mobilität, Kleidung, Körperpflege, auswärtige Verpflegung, Freizeit sowie Ausgaben für Kinder oder Haustiere.

Bei einem Fahrzeug gehören Leasing, Versicherung und Parkplatz zu den Fixkosten. Treibstoff oder Laden sind variable Ausgaben. Für Service, Reifen und Reparaturen bildest du eine Rücklage.

Prüfe nach Möglichkeit mehrere vergangene Monate und bilde daraus einen realistischen Durchschnitt. Ein erster Wert darf ungenau sein. Passe ihn später anhand deiner tatsächlichen Ausgaben an.

Eigene Beträge in DeinBudget eintragen

Vierter Schritt

Rücklagen für spätere Ausgaben bilden

Viele Budgets wirken nur deshalb ausgeglichen, weil Rechnungen fehlen, die nicht jeden Monat eintreffen. Für solche Ausgaben reservierst du monatlich einen Teilbetrag.

Franchise und Selbstbehalt Zahnarzt und Brille Fahrzeugunterhalt Ferien und Geschenke Ersatz von Elektronik Ersatz von Haushaltsgeräten

Für einen Notgroschen oder ein anderes Sparziel planst du zusätzlich einen monatlichen Sparbetrag ein. Auch freiwillige Einzahlungen in Säule 3a oder 3b planst du hier ein. Feste Prämien einer Lebensversicherung gehören hingegen zu den Fixkosten.

So rechnest du um

Jahresbetrag ÷ 12 = Monatswert
Quartalsbetrag ÷ 3 = Monatswert

Beispiel: Eine jährliche Rechnung von CHF 1’200 belastet dein Budget mit CHF 100 pro Monat. Legst du diesen Betrag monatlich zurück, steht das Geld bei Fälligkeit bereit.

Rücklage, Sparziel und frei verfügbar

Eine Rücklage ist für eine erwartete spätere Ausgabe vorgesehen. Ein Sparziel finanziert einen selbst gewählten zukünftigen Zweck. Frei verfügbar ist erst der Betrag, der nach Ausgaben, Rücklagen und eingeplanten Sparzielen verbleibt.

Fünfter Schritt

Ergebnis prüfen und verbessern

Ein positiver frei verfügbarer Betrag bedeutet, dass nach allen erfassten Positionen noch Spielraum besteht. Dieser Betrag ist aber nur so zuverlässig wie die eingegebenen Werte. Prüfe deshalb zuerst, ob jährliche Rechnungen, Gesundheitskosten und unregelmässige Ausgaben berücksichtigt sind.

Ist das Ergebnis negativ, gehe in dieser Reihenfolge vor:

  1. Kontrolliere fehlende, doppelte oder falsch periodisierte Beträge.
  2. Ersetze unsichere Schätzungen durch tatsächliche Werte.
  3. Prüfe zuerst grössere veränderbare Ausgaben.
  4. Passe das Budget so an, dass es im Alltag realistisch bleibt.

Möchtest du Unterstützung beim Ordnen deines Budgets, findest du bei der Budgetberatung Schweiz eine persönliche Beratung. Kannst du Rechnungen nicht mehr bezahlen oder bestehen bereits Zahlungsrückstände, wende dich frühzeitig an eine gemeinnützige Schuldenberatungsstelle in deiner Region. DeinBudget ersetzt keine persönliche Beratung.

Rechenbeispiel

Ein vollständiges Monatsbudget

Dieses Beispiel zeigt nur die Rechenmethode. Es ist weder ein Schweizer Durchschnitt noch eine Empfehlung für deinen Haushalt.

Beispielhaushalt Eine alleinlebende Person
Pro Monat
BereichBetrag
NettoeinkommenCHF 5’800
Fixkosten
WohnkostenCHF 1’650
Krankenkasse und VersicherungenCHF 550
SteuernCHF 700
Kommunikation und AbonnementeCHF 140
Fixkosten gesamtCHF 3’040
Variable Ausgaben
Treibstoff und einzelne FahrtenCHF 350
Lebensmittel und HaushaltCHF 550
Persönliches und FreizeitCHF 320
Variable Ausgaben gesamtCHF 1’220
Ausgaben gesamtCHF 4’260
Rücklagen
Franchise und SelbstbehaltCHF 100
FerienCHF 200
Reparaturen und GeräteCHF 100
Notgroschen und SparzielCHF 200
Rücklagen gesamtCHF 600
Frei verfügbarCHF 940

CHF 5’800 minus CHF 4’260 minus CHF 600 = CHF 940

Die Beträge können je nach Wohnort, Haushalt, Versicherungsmodell, Mobilitätsform und persönlichen Bedürfnissen stark abweichen. Verwende deshalb deine eigenen Unterlagen.

Kurz kontrollieren

Diese Fehler verfälschen ein Budget

Nur monatliche Rechnungen berücksichtigen

Jahresrechnungen verschwinden nicht, nur weil sie im aktuellen Monat nicht fällig sind. Erfasse sie mit ihrer tatsächlichen Abrechnungsperiode.

Beträge doppelt erfassen

Kontrolliere besonders Nebenkosten, Versicherungen, Abonnemente und bereits vom Lohn abgezogene Beträge. Erfasse entweder die einzelnen Einkäufe oder die gesamte Kartenabrechnung, aber nicht beides.

Monatsdurchschnitt mit Kontostand verwechseln

Ein durchschnittlicher Monatswert sagt nicht, wann Geld auf dem Konto ein- oder ausgeht. Für Zahlungstermine brauchst du zusätzlich deine Rechnungen und Kontobewegungen.

Noch Fragen?

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich mein Budget prüfen?

Prüfe es nach grösseren Veränderungen wie Umzug, Stellenwechsel, Familienzuwachs oder einer neuen Versicherung. Zusätzlich ist eine kurze Kontrolle alle paar Monate sinnvoll.

Wo gehören Kredite und Ratenzahlungen hin?

Regelmässige Kreditraten, Leasingraten und Rückzahlungen privater Darlehen gehören zu den Fixkosten. Erfasse nur die Rückzahlung und nicht nochmals den damit bezahlten Einkauf.

Wie viel sollte frei verfügbar bleiben?

Dafür gibt es keinen Betrag, der zu jedem Haushalt passt. Entscheidend ist, dass notwendige Ausgaben, realistische Alltagskosten und geplante Rücklagen berücksichtigt sind.

Was ist der Unterschied zwischen Budget und Haushaltsbuch?

Ein Budget plant zukünftige Einnahmen und Ausgaben. Ein Haushaltsbuch hält fest, was bereits tatsächlich ausgegeben wurde. Beide können sich ergänzen.

Wo werden meine Budgetdaten gespeichert?

Deine Budgetdaten werden lokal in deinem Browser gespeichert. Sie können verloren gehen, wenn Browserdaten gelöscht werden oder das Gerät ausfällt. Erstelle deshalb regelmässig ein Backup.

Quellen und weiterführende Hilfe

Dieser Ratgeber erklärt eine allgemeine Methode zur Budgetplanung. Er ersetzt keine persönliche Finanz-, Steuer-, Rechts- oder Schuldenberatung.

Bereit für deine Zahlen?

Budget mit deinen Zahlen erstellen

In DeinBudget erfasst du Einnahmen und Ausgaben mit ihrer tatsächlichen Abrechnungsperiode und prüfst sie als Monatsübersicht.