Inhalt dieser Anleitung
Vorbereitung
Diese Unterlagen helfen dir
Du kannst ohne perfekte Vorbereitung beginnen. Mit diesen Unterlagen werden deine ersten Beträge jedoch verlässlicher:
- aktuelle Lohn-, Renten- oder Leistungsabrechnungen
- Mietvertrag, Mietzinsmitteilung oder Unterlagen zur Hypothek
- Krankenkassen- und weitere Versicherungsrechnungen
- Rechnungen für Strom, Internet, Mobilfunk und Abonnemente
- letzte Steuerrechnung oder aktuelle Steuerberechnung
- Rechnungen für ÖV, Auto oder Motorrad
- Kontoauszüge und Kartenabrechnungen für typische Alltagsausgaben
- quartalsweise und jährliche Rechnungen der letzten zwölf Monate
Beginne mit den sicheren Beträgen. Schätzungen kannst du später anhand deiner tatsächlichen Ausgaben verbessern.
Erster Schritt
Einnahmen erfassen
Lege zuerst fest, für wen das Budget gilt. Einnahmen und Ausgaben müssen sich auf denselben Personenkreis beziehen. Erfasst du den ganzen Haushalt, nimmst du die Einnahmen aller einbezogenen Personen auf.
Trage den Betrag ein, der dir nach allen Abzügen tatsächlich ausbezahlt wird. Dazu gehören je nach Situation Lohn, Rente, Familienzulagen, Unterhaltsbeiträge und weitere regelmässige Einnahmen.
Einen 13. Monatslohn kannst du als jährliche Nettoeinnahme erfassen. Einen Bonus berücksichtigst du nur, wenn er verlässlich wiederkehrt. DeinBudget teilt Jahresbeträge für die Planung durch zwölf. Bei stark schwankenden Einnahmen ist ein vorsichtig geschätzter Durchschnitt der letzten zwölf Monate hilfreicher als ein besonders guter Einzelmonat.
Achte darauf, dieselbe Einnahme nicht zweimal zu erfassen. Wenn eine Zulage bereits in der verwendeten Nettoauszahlung enthalten ist, gehört sie nicht nochmals als eigene Position ins Budget. Bereits vom Lohn abgezogene Beiträge an AHV, ALV oder Pensionskasse erfasst du ebenfalls nicht nochmals.
Zweiter Schritt
Fixkosten vollständig erfassen
Fixkosten fallen regelmässig an und lassen sich kurzfristig meist nur begrenzt verändern. Typische Positionen sind:
- Miete inklusive der im Mietvertrag aufgeführten Nebenkosten
- separat verrechnete Heiz- und Nebenkosten
- Hypothekarzins und weitere feste Wohnkosten bei Wohneigentum
- Elektrizität
- Krankenkassenprämien und weitere Versicherungen
- Internet, Mobilfunk, Medienabgabe und Abonnemente
- ÖV-Abonnemente, Fahrzeugversicherung, Leasing und Parkplatz
- Unterhaltszahlungen, Mitgliedschaften und weitere Verträge
Ob eine Rechnung monatlich, quartalsweise oder jährlich kommt, ändert nichts an der Zuordnung. Erfasse etwa Elektrizität mit ihrer tatsächlichen Abrechnungsperiode. DeinBudget rechnet den Betrag auf einen Monatswert um.
Prüfe bei Wohn- und Kommunikationskosten, ob ein Betrag bereits in einer anderen Rechnung enthalten ist. So verhinderst du Doppelzählungen.
Steuern realistisch einplanen
Steuern unterscheiden sich je nach Wohnort, Einkommen, Zivilstand, Konfession und persönlichen Abzügen. Verwende nach Möglichkeit deine letzte Veranlagung oder eine aktuelle Berechnung. Bei Quellensteuer erfasst du nur Steuern, die nicht bereits von der verwendeten Nettoauszahlung abgezogen wurden.
Dritter Schritt
Variable Ausgaben realistisch schätzen
Variable Ausgaben verändern sich von Monat zu Monat. Dazu zählen beispielsweise Lebensmittel, Haushaltsartikel, Mobilität, Kleidung, Körperpflege, auswärtige Verpflegung, Freizeit sowie Ausgaben für Kinder oder Haustiere.
Bei einem Fahrzeug gehören Leasing, Versicherung und Parkplatz zu den Fixkosten. Treibstoff oder Laden sind variable Ausgaben. Für Service, Reifen und Reparaturen bildest du eine Rücklage.
Prüfe nach Möglichkeit mehrere vergangene Monate und bilde daraus einen realistischen Durchschnitt. Ein erster Wert darf ungenau sein. Passe ihn später anhand deiner tatsächlichen Ausgaben an.
Eigene Beträge in DeinBudget eintragenVierter Schritt
Rücklagen für spätere Ausgaben bilden
Viele Budgets wirken nur deshalb ausgeglichen, weil Rechnungen fehlen, die nicht jeden Monat eintreffen. Für solche Ausgaben reservierst du monatlich einen Teilbetrag.
Für einen Notgroschen oder ein anderes Sparziel planst du zusätzlich einen monatlichen Sparbetrag ein. Auch freiwillige Einzahlungen in Säule 3a oder 3b planst du hier ein. Feste Prämien einer Lebensversicherung gehören hingegen zu den Fixkosten.
So rechnest du um
Beispiel: Eine jährliche Rechnung von CHF 1’200 belastet dein Budget mit CHF 100 pro Monat. Legst du diesen Betrag monatlich zurück, steht das Geld bei Fälligkeit bereit.
Rücklage, Sparziel und frei verfügbar
Eine Rücklage ist für eine erwartete spätere Ausgabe vorgesehen. Ein Sparziel finanziert einen selbst gewählten zukünftigen Zweck. Frei verfügbar ist erst der Betrag, der nach Ausgaben, Rücklagen und eingeplanten Sparzielen verbleibt.
Fünfter Schritt
Ergebnis prüfen und verbessern
Ein positiver frei verfügbarer Betrag bedeutet, dass nach allen erfassten Positionen noch Spielraum besteht. Dieser Betrag ist aber nur so zuverlässig wie die eingegebenen Werte. Prüfe deshalb zuerst, ob jährliche Rechnungen, Gesundheitskosten und unregelmässige Ausgaben berücksichtigt sind.
Ist das Ergebnis negativ, gehe in dieser Reihenfolge vor:
- Kontrolliere fehlende, doppelte oder falsch periodisierte Beträge.
- Ersetze unsichere Schätzungen durch tatsächliche Werte.
- Prüfe zuerst grössere veränderbare Ausgaben.
- Passe das Budget so an, dass es im Alltag realistisch bleibt.
Möchtest du Unterstützung beim Ordnen deines Budgets, findest du bei der Budgetberatung Schweiz eine persönliche Beratung. Kannst du Rechnungen nicht mehr bezahlen oder bestehen bereits Zahlungsrückstände, wende dich frühzeitig an eine gemeinnützige Schuldenberatungsstelle in deiner Region. DeinBudget ersetzt keine persönliche Beratung.
Rechenbeispiel
Ein vollständiges Monatsbudget
Dieses Beispiel zeigt nur die Rechenmethode. Es ist weder ein Schweizer Durchschnitt noch eine Empfehlung für deinen Haushalt.
| Bereich | Betrag |
|---|---|
| Nettoeinkommen | CHF 5’800 |
| Fixkosten | |
| Wohnkosten | CHF 1’650 |
| Krankenkasse und Versicherungen | CHF 550 |
| Steuern | CHF 700 |
| Kommunikation und Abonnemente | CHF 140 |
| Fixkosten gesamt | CHF 3’040 |
| Variable Ausgaben | |
| Treibstoff und einzelne Fahrten | CHF 350 |
| Lebensmittel und Haushalt | CHF 550 |
| Persönliches und Freizeit | CHF 320 |
| Variable Ausgaben gesamt | CHF 1’220 |
| Ausgaben gesamt | CHF 4’260 |
| Rücklagen | |
| Franchise und Selbstbehalt | CHF 100 |
| Ferien | CHF 200 |
| Reparaturen und Geräte | CHF 100 |
| Notgroschen und Sparziel | CHF 200 |
| Rücklagen gesamt | CHF 600 |
| Frei verfügbar | CHF 940 |
CHF 5’800 minus CHF 4’260 minus CHF 600 = CHF 940
Die Beträge können je nach Wohnort, Haushalt, Versicherungsmodell, Mobilitätsform und persönlichen Bedürfnissen stark abweichen. Verwende deshalb deine eigenen Unterlagen.
Kurz kontrollieren
Diese Fehler verfälschen ein Budget
Nur monatliche Rechnungen berücksichtigen
Jahresrechnungen verschwinden nicht, nur weil sie im aktuellen Monat nicht fällig sind. Erfasse sie mit ihrer tatsächlichen Abrechnungsperiode.
Beträge doppelt erfassen
Kontrolliere besonders Nebenkosten, Versicherungen, Abonnemente und bereits vom Lohn abgezogene Beträge. Erfasse entweder die einzelnen Einkäufe oder die gesamte Kartenabrechnung, aber nicht beides.
Monatsdurchschnitt mit Kontostand verwechseln
Ein durchschnittlicher Monatswert sagt nicht, wann Geld auf dem Konto ein- oder ausgeht. Für Zahlungstermine brauchst du zusätzlich deine Rechnungen und Kontobewegungen.
Noch Fragen?
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich mein Budget prüfen?
Prüfe es nach grösseren Veränderungen wie Umzug, Stellenwechsel, Familienzuwachs oder einer neuen Versicherung. Zusätzlich ist eine kurze Kontrolle alle paar Monate sinnvoll.
Wo gehören Kredite und Ratenzahlungen hin?
Regelmässige Kreditraten, Leasingraten und Rückzahlungen privater Darlehen gehören zu den Fixkosten. Erfasse nur die Rückzahlung und nicht nochmals den damit bezahlten Einkauf.
Wie viel sollte frei verfügbar bleiben?
Dafür gibt es keinen Betrag, der zu jedem Haushalt passt. Entscheidend ist, dass notwendige Ausgaben, realistische Alltagskosten und geplante Rücklagen berücksichtigt sind.
Was ist der Unterschied zwischen Budget und Haushaltsbuch?
Ein Budget plant zukünftige Einnahmen und Ausgaben. Ein Haushaltsbuch hält fest, was bereits tatsächlich ausgegeben wurde. Beide können sich ergänzen.
Wo werden meine Budgetdaten gespeichert?
Deine Budgetdaten werden lokal in deinem Browser gespeichert. Sie können verloren gehen, wenn Browserdaten gelöscht werden oder das Gerät ausfällt. Erstelle deshalb regelmässig ein Backup.
Quellen und weiterführende Hilfe
- Budgetberatung Schweiz: Budget erstellen
- Budgetberatung Schweiz: persönliche Beratung finden
- Eidgenössische Steuerverwaltung: Steuerrechner
- Bundesamt für Gesundheit: offizieller Prämienrechner
- Schuldenberatung Schweiz: Hilfe in deiner Region
- Informationsstelle AHV/IV: Beiträge
Dieser Ratgeber erklärt eine allgemeine Methode zur Budgetplanung. Er ersetzt keine persönliche Finanz-, Steuer-, Rechts- oder Schuldenberatung.